Informatik Studium zu schwer?

Dieses Thema im Forum "Studienwahl" wurde erstellt von caddowallace, 20 November 2017.

  1. caddowallace

    caddowallace Neues Mitglied

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    Hallo liebe Mitstudenten,

    ich studiere seit Beginn des Semesters Architektur, bin aber schon am Überlegen, es abzubrechen. Stattdessen überlege ich jetzt Informatik zu studieren. Ich habe allerdings Angst, dass es wegen der vielen Mathematik zu schwer ist. Ich war in der Schule schon gut in Mathe, hatte allerdings nie LK und auch im Grundkurs nicht immer einsen. In der Unterstufe war ich sogar eine Zeit lang richtig schlecht in Mathe und hatte viele fünfen.
    An Informatik würde mich einfach das logische Denken interessieren, und ich arbeite allgemein einfach gerne an und mit Computern. Im Architekturstudium interessiert mich am meisten das Digitale, und das Technische, Mathematische. Das Gestalten macht mir leider nicht so viel Spaß wie ich anfangs gedacht hatte.
    Auch in Sprachen war ich immer sehr gut, und da man beim Programmieren ja auch Sprachen lernt, und Mathe allgemein ja auch eine Art Sprache ist, dachte ich, dass Informatik mir vielleicht liegen würde.

    Meine Frage ist jetzt, wie gut sollte man in Mathe sein, um Informatik zu studieren? Und kennt jemand ähnliche Studiengänge, die interessant wären? Mich interessiert halt das Technisch-Mathematische, aber nicht so sehr Physik oder Chemie - Naturwissenschaften würden eher wegfallen. Und sollte man in seiner Freizeit leidenschaftlich und hobbymäßig programmieren? Meine Schwester(die das allerdings nicht studiert oder so) meint man müsste ein richtiger "Nerd" sein.

    Vielen Dank für alle eure Hilfe!

    Liebe Grüße, Carolin
     
    #1
  2. Die höhere Mathematik ist schon anders als das was man aus der Schule gewohnt ist, es wird weniger gerechnet als Beweise geführt oder an mathematischen Strukturen bestimmte Eigenschaften nachgewiesen und solche Geschichten. Das ist eine völlig neue Denkweise, an die man sich auch erstmal gewöhnen muss. Insofern kann man da schwer Prognosen stellen wie gut du damit zurechtkommen wirst, aber gute Leistungen in Oberstufen-Mathe sind sicher keine schlechte Voraussetzung. Ob du jetzt LK hattest oder nicht ist eher egal, das zusätzliche Vorwissen würde dir kaum helfen.

    Die einführenden Mathematik-Veranstaltungen sind sicher das, was zum Großteil der Abbrüche führt. Man muss schon richtig buckeln, um am Ball bleiben zu können. Gerade wer sich bei der Studienwahl nicht so sicher war, ist dann vielleicht am Anfang nicht bereit, die nötige Arbeit reinzustecken und wird dann schnell abgehängt. Was dann aber im fortführenden Studienverlauf an Mathematik verlangt wird, ist meist deutlich weniger anspruchsvoll. Man muss also diese Hürde am Anfang überwinden. Wenn du den Abschluss wirklich willst, kannst du dir wenn nötig auch mehr Zeit für Mathe nehmen und etwas länger studieren, es lohnt sich nämlich und nach den Extrasemestern wird niemand mehr fragen.

    Abgesehen davon würde ich dir empfehlen, dich vor dem Studium schon mal mit Programmieren zu beschäftigen. Deine Einschätzung klingt ein bisschen naiv, denn es ist schon was anderes als (natürliche) Sprachen zu lernen. Auch wenn an Universitäten gerade im Grundstudium eher weniger programmiert wird, geht doch der Großteil der Absolventen später in die Softwareentwicklung. Arbeite dich mal in eine beliebige Programmiersprache ein (Python wird für Anfänger gerne empfohlen) und versuche z.B. mal ein simples Computerspiel zu programmieren. Wer beim Programmieren nicht ganz bei 0 anfängt, hat es meiner Erfahrung zu Anfang in den entsprechenden Vorlesungen deutlich einfacher. Wenn du mit Programmieren auf Kriegsfuß stehst, könntest du auch die Wirtschaftsinformatik in Betracht ziehen.

    Allgemein würde ich sagen: Wenn du dich für die Informatik begeistern kannst, lohnt sich das Studium. Der Arbeitsmarkt und die Gehälter sind auch deutlich besser als in der Architektur.
     
    #2
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